Von 1970 bis 1979



Die Saison 1969/70

1.Kreisklasse Eisleben
Der Bronzeplatz aus dem Vorjahr ist Maßstab. Auch der Aufstieg ist ein Thema im Jahr des 50-jährigen Vereinsbestehens. Die hohen Erwartungen kann die Mannschaft nicht erfüllen. Die Hinrunde wird in den Sand gesetzt. 11:13 Punkte bedeuten nur den 8. Tabellenplatz. Sogar in Siebigerode und Lüttchendorf wird verloren. Eine beachtliche Rückrunde mit 17:7 Punkten bringt noch Rang 4. „Was wäre wenn?“, stellten sich die Siersleber Anhänger die Frage. Im Kreispokal spielt man sich über die Stationen Traktor Polleben, Traktor Volkstedt, Dynamo Eisleben II und Stahl Ahlsdorf ins Finale, das am 31. Mai 1970 in Klostermansfeld ausgetragen wird. Gegen den technisch überlegenen Bezirksklasse-Vertreter Aktivist Amsdorf muß man sich mit 3:5 geschlagen geben.

Im Rahmen der 50-Jahr-Feier findet ein TOTO-Vergleich statt. Die DDR-Ligisten Dynamo Eisleben und Lok Stendal trennen sich 0:4. Aktivist spielt gegen die BSG ZWK Nebra und siegt nach 0:2 Rückstand noch mit 7:4 Toren.






Die Saison 1970/71

1.Kreisklasse Eisleben
Nachdem man im Vorjahr in die Kreisspitze vorstoßen konnte, hieß die Zielstellung für die Mannen um Trainer Gerhard Bahn, Platz 1-3. Mit folgendem Aufgebot ging man in die Serie: Franz Teuchner, Rolf Magalowski, Dieter Schlegel, Volker Lorch, Hartmut Knabe, Hermann Schweigert, Wilfried Bäcker, Erwin Stoffel, Wolfgang Schnellhardt, Bernd Block, Lenhard Malke, Wolfgang Eim, Dieter Hammer, Eberhard Lange, Heinz Zühlke, Hans Thieme, Ecke, Koch, Zimmerling, Nordmann, Schönefeld.

Es wird ein Bilderbuchstart hingelegt. 10:0 Punkte stehen nach fünf Spielen zu Buche. In der gesamten Hinrunde werden nur in Helfta (0:1) und Helbra (1:1) Punkte abgegeben. Man ist Tabellenführer vor Stedten und Volkstedt. Auch im FDGB-Kreispokal hält man sich schadlos und dringt nach Siegen über Motor Eisleben (6:1), Dynamo Eisleben II (6:1) und Traktor Hedersleben (3:1) ins Halbfinale vor.

A-Jugend1971
Zu Beginn der Rückrunde ist ein wenig Sand im Getriebe der Aktivisten. Das Spitzenspiel in Stedten geht mit 1:3 verloren und auch gegen Volkstedt, Wansleben, Ahlsdorf und Helfta wird nur Remis gespielt. Dann reißt sich die Mannschaft noch einmal zusammen und die letzten fünf Spiele werden allesamt gewonnen. Das 9:0 im Heimspiel gegen MK Helbra II ragt dabei heraus. Mit einem Zähler Vorsprung vor Stedten kann man nach 1956 zum zweiten mal den Kreismeistertitel nach Siersleben holen. Das Pokal-Halbfinale beim Bezirksklasse-Vertreter Aktivist Amsdorf geht mit 2:3 erst in der Verlängerung verloren. In den Heimpunktspielen ist Aktivist eine Macht. Es werden 20:2 Punkte geholt. Die meisten Tore erzielen Wolfgang Eim (17) und Wolfgang Schnellhardt (12).

Kreismeistermannschaft_1971
Zwei Wochen bleiben noch bis zum ersten Aufstiegsspiel beim Saalkreismeister Motor Hohenturm. Es wird kurzfristig noch ein Testspiel gegen MK „O.B.“ Gerbstedt vereinbart, was 1:1 endet. 29. Mai 1971: es geht nach Hohenturm. Viele Siersleber Anhänger begleiten ihre Mannschaft dorthin. Wolfgang Eim schießt Aktivist zur Pause mit 1:0 nach vorn. Nach einer Stunde Spielzeit konnten die konditionell schwächer werdenden Siersleber das Resultat nicht mehr halten. Die immer stärker werdenden Gastgeber kamen zum Ausgleich und steigerten sich in einen Spielrausch. Mit 1:4 Toren verlor Aktivist am Ende klar. So blieben für das Rückspiel nur minimale Chancen.

Am 5. Juni stand das zweite Treffen an. In Begleitung von vielen Anhängern reiste Motor an und war siegessicher. Stand man doch schon mit einem Bein in der Bezirksklasse. In der ersten Halbzeit verlief das Spiel, vor über 1000 Zuschauern, recht ausgeglichen. Die wichtige Pausenführung für Aktivist markierte dann Wolfgang Eim per Elfmeter. Alles blieb offen. Nach dem Wechsel spielte sich alles vor dem Tor der Gäste ab. Senior Erwin Stoffel schoß das 2:0 und 10 Minuten vor dem Abpfiff köpfte Wolfgang Schnellhardt, von den begeisterten Zuschauern nach vorn getrieben, das alles entscheidende 3:0. Abpfiff und Aufstieg!

Das Auswärtstor in Hohenturm entschied. Nach fünf Jahren Kreisfußball kehrte man in die Bezirksklasse zurück. Die Aufstiegsfeier, sagt man, dauerte mehrere Tage.






Die Saison 1971/72

Bezirksklasse Halle, Staffel 1
Endlich wieder zurück im Bezirksmaßstab. Die Staffel 1 ist jedoch die Stärkste von allen 6 Bezirksklassen. Dessen sind sich Funktionäre und Trainer bewusst. Es werden drei Vorbereitungsspiele bestritten (-MK Helbra 0:5, -MK Wolferode 2:0, -Empor Bottendorf 6:3). Das erste Punktspiel wird bei Aufbau Nienburg mit 0:2 verloren. Im ersten Heimspiel wird Wissenschaft Gatersleben durch Tore von Schnellhardt und Ecke mit dem gleichen Ergebnis besiegt. Der erste Auswärtssieg gelingt am 8. Spieltag in Sandersleben. Hammer kann zweimal treffen. Nach der Hinrunde steht man auf Platz 9 mit 10:12 Punkten. Als Neuling eine gute Zwischenbilanz. Wie ausgeglichen die Staffel ist zeigt, daß zwischen Abstiegsplatz 10 und Platz 3 nur 2 Punkte liegen. Zum Rückrundenstart kann dem Tabellenführer Nienburg ein 0:0 abgetrotzt werden. Stahl Thale II wird zu Hause mit 4:1 besiegt. Dennoch kann nie ein beruhigender Abstand zu den Abstiegsplätzen hergestellt werden. Der 1:6-Klatsche in Bernburg folgt ein deutliches 5:0 gegen Schlußlicht Harzgerode, wobei Wolfgang Eim 4 Tore erzielt. In den folgenden entscheidenden Spielen fehlt einfach das Glück. Sandersleben wird an die Wand gespielt (3 Lattentreffer) und siegt durch ein Kontertor in der 75. Minute mit 1:0. In Klostermansfeld ist Aktivist die bessere Elf und kommt in der 85. Minute durch Schnellhardt zur Führung. Drei Minuten über der Zeit kommt Klostermansfeld noch zum Ausgleich. Wieder war ein wertvoller Punkt verschenkt. Im letzten Heimspiel zählt nur ein voller Erfolg. Die Tore von Schnellhardt, Stoffel und Lange reichen nicht. Der Endstand ist 3:3.

Kreismeistermannschaft_1971
Tabelle ein Spieltag vor Schluss:
07. MK Klostermansfeld 21 28:23 +05 19:23
08. Traktor Plötzkau 21 28:28 ±00 19:23
09. Wissenschaft Gatersleben 21 39:40 -01 19:23
10. Aktivist Siersleben 21 27:34 -07 18:24
11. Stahl Thale II 21 34:47 -13 18:24
12. Stahl Thale II 21 30:54 -24 13:29


Letzter Spieltag - Abstiegskampf:
Plötzkau – Siersleben 3:2
Nienburg – Gatersleben 3:1
Klostermansfeld – Bernburg 0:2
Aschersleben – Thale II 2:4

Mit der Niederlage in Plötzkau war der Abstieg besiegelt. Dabei führte man schon mit 2:1, ehe Plötzkau das Blatt noch wenden konnte. Ein Trauerspiel. Nun musste das Aktivist-Kollektiv um Kapitän Erwin Stoffel den Gang zurück in die Kreisklasse antreten.






Die Saison 1972/73

1.Kreisklasse Eisleben
Die Losung heißt Wiederaufstieg. Nach drei Spielen ist man ohne Verlustpunkte Tabellenführer. Die ab dieser Saison unter BSG Mansfeldkombinat spielende Siersleber Elf erlebte aber schon bald die ersten Rückschläge. Nach dem letzten Hinrundenspiel, das Zuhause gegen Helfta 2:3 verloren wird, ist in der „Freiheit“ zu lesen: „Erneut gab es eine Heimniederlage für Siersleben, das in dieser Serie arg enttäuscht. An eine Rückkehr in die Bezirksklasse ist nicht zu denken.“ Ernüchternde 11:11 Punkte stehen zu Buche.

Mit einer Serie von 11:1 Punkten aus den ersten sechs Spielen der Rückrunde schiebt man sich wieder an die Tabellenspitze zurück. Das entscheidende Verfolgerduell wird dann jedoch mit 0:1 bei Aktivist Wansleben verloren. Am Serienende steht nur ein enttäuschender Mittelfeldplatz, mit neun Punkten Rückstand zu Meister Ahlsdorf.

Auch im Kreispokal enttäuscht man die Anhänger. Schon in Runde 2 verliert man bei MK Eisleben II.

Kreismeistermannschaft_1971 Trainingslager im Sommer 1973 in Lubmin (Greifswalder Bodden)






Die Saison 1973/74

1.Kreisklasse Eisleben
Von Beginn der Serie an, gibt es nur einen Zweikampf um den Titel. Wansleben und Helfta kämpfen bis zum letzten Spieltag. Die Siersleber MK-Elf erreicht einen guten 3. Platz. Zu Hause ist man eine Macht und holt 18:4 Punkte.

Die eklatante Auswärtsschwäche verhindert eine bessere Platzierung. Nur in Polleben wird gewonnen (4:0). Sogar bei Absteiger Aktivist Röblingen unterliegen die Blau-Weißen mit 0:1. Lutz Sommer und Herbert Deinzer werden zu Stammspielern integriert. Im Kreispokal kommt man bis ins Viertelfinale und scheitert wieder einmal bei Aktivist Amsdorf (2:5).






Die Saison 1974/75

1.Kreisklasse Eisleben
Eine schwere Serie steht der MK-Elf bevor. Das zeigt schon das 0:8 im Vorbereitungsspiel bei Aktivist Stedten. Die Leistungsträger sind in die Jahre gekommen, das Niveau der Spiele gesunken. Zwei Siege in der ganzen Hinrunde lassen die Mannschaft im Tabellenkeller überwintern. Die Abstiegsangst geht um. Drei Jahre nach dem Bezirksklasse-Abstieg droht nun der Fall ins Bodenlose. Für Furore sorgt das Team im Kreispokal. Beim Bezirksklasse-Vertreter MK Klostermansfeld wird durch Tore von Hammer, Schnellhardt und Hesse mit 3:1 gewonnen und ins Halbfinale eingezogen. Bei MK Helbra bleibt man dann chancenlos und scheidet aus. In den Punktspielen spitzt sich der Abstiegskampf zum Saisonende hin zu. Im vorletzten Spiel verliert MK beim Tabellenletzten, MK Eisleben II, mit 0:3. Die Serie ist zu Ende. Es steht nur noch ein Nachholespiel in Wimmelburg an.

Tabellenstand vor dem Nachholspiel:
08. MK Kreisfeld 22 34:49 -15 18:26
09. MK Wolferode 22 23:40 -17 17:27
10. Aktivist Amsdorf 22 34:52 -18 17:27
11. MK Siersleben 21 28:45 -17 16:26
12. MK Eisleben II 22 37:46 -09 16:28

Beim Stand von 0:1 durch ein Freistoßtor von Herbert Deinzer bekommt Rabsahl im MK-Tor die Rote Karte. Hartmut Knabe muss ins Tor und pariert einen Elfer. Schnellhaupt und Eim machen mit ihren Toren dann den Klassenerhalt perfekt.






Die Saison 1975/76

1.Kreisklasse Eisleben
Wieder geht es gegen den Abstieg. Mit 8:4 Punkten wird unerwartet gut gestartet. Es folgen fünf Niederlagen in Folge und MK steht erneut am Tabellenende. Torschützen für Siersleben waren Schönefeld, Bückner, Eim, Hammer, Stoffel, Lange, Deinzer. In der Rückrunde werden die Probleme nicht kleiner.

Gegen Helfta muss sogar ein 2:10 hingenommen werden. Eine denkwürdige Partie fand am 13. März 1976 statt. Im Heimspiel gegen Wimmelburg steht es nach 30 Minuten 0:4. Erneut droht ein Debakel. Siersleben kämpft und kommt noch vor der Pause durch ein Kopfballtor von Erwin Stoffel zum 1:4. Tor um Tor holt MK auf. Kurz vor Spielende gelingt Schnellhardt der 5:4 Siegtreffer. Was für ein Spiel.

Zwei Nachholespiele stehen für Siersleben nach Saisonende noch aus. Beide müssen gewonnen werden, um den vorletzten Platz noch an Polleben abzugeben. Schon gegen Kreisfeld springt nur ein 1:1 heraus. In Wolferode wird 4:4 gespielt. Platz 11 reichte am Ende dennoch, da alle Kreisvertreter in der Bezirksklasse verblieben. Die Reserve-Mannschaft wird nur knapp hinter MK Bornstedt Vizemeister.

Abschlussstand – Tabellenende:
09. Traktor Siebigerode 22 31:46 -15 15:29
10. Traktor Polleben 22 32:59 -27 14:30
11. MK Siersleben 22 36:64 -28 12:32
12. Traktor Volkstedt 22 23:68 -45 08:36






Die Saison 1976/77

1.Kreisklasse Eisleben
Man will 1977 einen Drahtseilakt, wie in den vorherigen beiden Serien, vermeiden und die Klasse so früh wie möglich sichern. Das Vorhaben scheitert erneut. Nach der Hinrunde liegen die Blau-Weißen mit nur 7 Punkten tief im Tabellenkeller.

Aktivposten damals:
Rabsahl, Sommer, Schönefeld, Deinzer, Lange, P. Dietrich, Mehlig, Schweigert, Reitmann.

In der Rückrunde werden auch nur noch 8 Punkte geholt. Angesichts des schwachen Niveaus der Kreisklasse (außer Wimmelburg, Bornstedt, Aufbau) reicht es für MK mit 15:29 Punkten zum 9. Platz. Ahlsdorf und Stedten müssen aus der Bezirksklasse absteigen und den Siersleber Sportsfreunden ist bereits jetzt klar, daß es 1978 noch schwerer werden würde, die Kreisklasse zu halten. Trainer und Vorstand stehen vor personellen und finanziellen Problemen. Die Probleme in der Nachwuchsarbeit sind kaum zu lösen.






Die Saison 1977/78

1.Kreisklasse Eisleben
Der KFA-Eisleben ändert den Spielmodus. Neben der bisherigen Punktrunde werden anschließend noch eine Auf- bzw. Abstiegsrunde ausgespielt. Mit 3:3 Punkten verläuft der Start befriedigend. Doch prompt kommt der Einbruch und der erneute Sturz ans Tabellenende. Viele Spiele werden unglücklich abgegeben. In Wolferode führte man nach 75 Minuten 3:1 und unterlag am Ende noch. Im Pokal-Achtelfinale brachte man den späteren Kreismeister Aufbau Helfta an den Rand einer Niederlage. Erst 3 Minuten vor Schluß gelang den Gästen das 1:0. Torhüter Rabsahl war überragend. Nach den beiden Punktrunden stand MK mit 17:27 Punkten auf Platz 8 und mußte in die Abstiegsrunde. Hier lagen die Nerven blank. Erwin Stoffel schießt wenige Tage nach seinem 40. Geburtstag sein letztes Tor für Siersleben.

Zwei Niederlagen folgt ein 5:1-Sieg gegen Siebigerode. Dann das Heimspiel mit MK Kreisfeld. Die Gäste führen nach 78 Minuten 2:1. Es kommt zu Tätlichkeiten im Siersleber Strafraum. Das Spiel muss abgebrochen werden. Der KFA wertet 3:0 für Kreisfeld und erteilt Siersleben für den Rest der Abstiegsrunde Platzsperre. In Wolferode und Kreisfeld wird später gesiegt und der 10. Platz ist am Ende sicher.

MK spielte mit:
Rabsahl, Sommer, Deinzer, Reitmann, Lange, W. Dietrich, Hesse, Stoffel, P. Dietrich, Hahn, Schönefeld, Schnellhardt, Bährmann
Trainer:
H. Knabe






Die Saison 1978/79

1.Kreisklasse Eisleben
Der Spielmodus wurde vom KFA wieder geändert. Auf- und Abstiegsrunden werden wieder gestrichen und es wurde auf das Altbewährte zurückgegriffen, nur Hin- und Rückrunde. Die Hinrunde wird für MK ein Fiasko. Mit 6:16 Punkten landet die Elf auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Abstieg scheint in diesem Jahr unausweichlich. Eine enorme Steigerung in der zweiten Halbserie, wo 11:11 Punkte errungen werden können, bringt den Klassenerhalt. Wansleben (4:0) und Röblingen (7:0) bleiben in Siersleben chancenlos. Torhüter Rabsahl kann in dieser Serie drei Elfmetertore erzielen.

Abschlussstand – Tabellenende:
08. MK Helbra II 22 35:39 -04 19:25
09. MK Kreisfeld 22 29:45 -16 19:25
10. MK Siersleben 22 31:34 -03 17:27
11. Lok Röblingen 22 39:65 -24 15:29
12. Aktivist Wansleben 22 16:68 -52 04:40

Im Kreispokal war man im Achtelfinale gegen Helfta diesmal deutlich mit 0:4 auf der Straße der Verlierer.