Von der Gründung bis 1959



Die Periode von 1920 bis 1933

Bereits vor dem Gründungsjahr des FBC Teutonia im Jahr 1920 wurde in Siersleben Sport getrieben. Schon seit dem Jahr 1890 existierte ein Turnsportverein, der später die beachtliche Mitgliedsstärke von 250 erreichte und Mitte der 30er Jahre in den SV Teutonia einfloss. Seit 1910 waren in Siersleben bereits fußballerische Aktivitäten zu verzeichnen. Damals noch unorganisiert und vorwiegend von jungen Sportbegeisterten betrieben.

1910
Als Beweis für diese Aktivitäten liegt dieses Bild vor, welches die Schülermannschaft von 1910 zeigt. Ein großes Dankeschön an die Familie Schima für den Bildbeweis. Vorbilder waren der 1. FC Nürnberg, FC Schalke 04, Wacker Halle oder der VfB Leipzig. Der neu gegründete FBC Teutonia spielte innerhalb des V.M.B.V. (Verband Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine) im Kreismaßstab. Die Gegner waren in den ersten Jahren: VfB Leimbach, Wacker Helbra, BC Kreisfeld, Helvetia Eisleben, Preußen Hettstedt, Adler Burgörner, Viktoria Klostermansfeld, Merkur Volkstedt, BSC Blankenheim, Wacker Helfta, Adler Ziegelrode oder der VfB Eisleben.

Gespielt wurde zunächst in schwarzgelben Trikots und in schwarzen Hosen. 1.Jugend, 2.Jugend und die Schüler spielten ganz in Weiß. Die bis heute aktuelle Spielkleidung, also Blauweiß, wurde erst Ende der 20er-Jahre vom Sportfreund Friedrich Kurpjun von einem Verbandsspiel des Halleschen FC Wacker 00 mitgebracht und übernommen.

Der Zuschauerzuspruch bei den Verbandsspielen war groß. Als Sanitäter fungierte Otto Schlag. Als treueste Teutonen seien hier Julius Malessa, Bruno Polaczek und Erwin Greifzu genannt. Auch die Frauen und Kinder reisten der Mannschaft hinterher, um sie zu unterstützen. Der Eintrittspreis zu diesen Zeiten betrug 25 RPF (Reichspfenning). Die Beiträge richteten sich nach dem jeweiligen Einkommen. Arbeitslose und Ehrenmitglieder waren befreit.



Die ersten Ergebnismeldungen der lokalen Presse:
24.10.1920:
„Dem FC Teutonia Siersleben war es gelungen, die zweite Mannschaft der Sportbrüder Halle zu einem Diplomspiel zu gewinnen. Leider beeinträchtigte der Wind das Spiel beträchtlich. Teutonia spielte erst gegen den Wind und mußte bis zur Halbzeit den Ball zweimal passieren lassen, während Teutonia selbst einmal einschießen konnte. Nun war man, den Wind im Rücken, noch fünfmal erfolgreich. Beim Stande von 6:2 ertönte der Schlusspfiff. Gerbstedt II – Teutonia III 0:3, Wacker Helbra II – Teutonia II 1:0 (durch Eigentor).“

07.11.1920:
„FC Teutonia Siersleben spielte gegen Wacker Helbra und wurde vom Schiedsrichter klar benachteiligt, da er einen Strafstoß, der glatt verwandelt wurde, ohne treffenden Grund für die Teutonia nicht anerkannte. 2:2 (2:1).“

27.02.1921:
VfB Eisleben V –FC Teutonia III 4:1 (2:1)
07.11.1920:
VfB Eisleben II – FC Teutonia 1:1 (0:0)

10.04.1921:
„In Siersleben trafen sich der FC Teutonia und der FC Merkur Volkstedt zu einem Freundschaftsspiel. Teutonia siegte glatt mit 2:0 Toren über den Meister der zweiten Klasse. Siersleben war stets überlegen. Volkstedt konnte trotz seines rohen Spiels am Resultat nichts ändern. Teutonia II – Merkur II 1:2. Das Spiel der dritten Mannschaft wurde wegen unsportlichen Benehmens der Volkstedter nicht ausgetragen.“

22.05.1921:
VfB Eisleben II – FC Teutonia 0:0
12.06.1921:
VfB Eisleben 1b – FC Teutonia 5:0 & VfB Eisleben III – FC Teutonia II 4:1
09.10.1921:
VfB Eisleben 1b – FC Teutonia 1:2 (!)



Mannschaftsbilder 1920
Mannschaften 1920 #1 Mannschaften 1920 #2

Info zur 2.MM:
3. von rechts W.Kunze; 6. Mitte F.Küpzon; 2. von links H.Pause; 4. von links Gerlach/Schuster



1.Männermannschaft 1925
1925


Mannschaftsaufstellungen 1930
1. Männermannschaft:
Magalowski, Hartmann, Voigt, K. Ullrich, Magalowski II, Schmidt, Reinicke, W. Krüger, Henneberg, Lange, W. Ullrich

2. Männermannschaft:
Bornemann, Rappmann, Füllgraf, Magalowski III, Pisarek, Fallei, Schöbel, O. Krüger, Bryl, Deinzer, R. Schumann

3. Männermannschaft:
Rösske, Gerlach, Chmura, Goliasch, Zavettori, H. Füllgraf, Göbel, E. Krüger, Lautenfeld, A. Voigt, Deinzer II


Höhepunkte waren auch Sportfeste und die jährlichen Pfingstturniere. Die geladenen Gäste wurden hier vom Bahnhof abgeholt und bei den abendlichen Festveranstaltungen feierte man zusammen in geselliger Runde. Vereinspräsident Scheinhardt gelang es zum Teil hochkarätige Gegner einzuladen. Hier seien folgende Vereine genannt: SpVgg Erfurt, VfB Groß-Werther, Wacker 1910 Bernburg, SpV Borussia 1902 Halle oder Preußen Berlin.
Die Auswärtspiele im Kreis wurden zu Fuß oder mit dem Rad erreicht.





Die Periode von 1933 bis 1945

Anfang des Jahres 1933 übernahmen die Nazis im Land die Herrschaft. Dies schlug sich auch auf die Sportvereine nieder. Alle Vereine wurden dem Reichsbund für Leibesübungen zugeordnet. Eine Einheitssatzung, die für alle Vereine zutraf, mußte anerkannt werden. Deutschland wurde in sogenannte „Gaue“ unterteilt. Der FC Teutonia spielte von nun an im Gau VI, also Kyffhäusergau.

Ein neuer Vorstand wurde gewählt:
Edmund Cunäus, Willy Hermert, Kurt Goldschmidt, Walter Hausschild, Karl Reinicke, Hugo Ulrich, Horst Reitmann
Der Ältestenrat war:
Hildreich Baum, Karl Ulrich, Paul Bryl

Einen großen Erfolg konnte der Fußballclub in der Saison 1937/38 erreichen. Es gelang der Staffelsieg und die Berechtigung zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Gauliga. Die Gegner waren stark. Der Sportclub Wimmelburg und der SV Oberröblingen (See) waren die Konkurrenten. Nur auf der heimischen Anlage spielte der FC erfolgreich. Wimmelburg (0:0) und Oberröblingen (3:2) wurden Punkte abgenommen. Durch die Auswärtsniederlagen von 1:3 bzw. 1:8 ist der mögliche Aufstieg jedoch verspielt. Auch im Pokalwettbewerb erringt der FC Teutonia 1939/40 einen beachtlichen Erfolg. Es gelingt der Sieg und somit kann man an der Vorrunde zum reichsweit ausgetragenen „Tschammer–Pokal“ teilnehmen. Das Los hat es in sich. Die Teutonen müssen in die Saalestadt zum Halleschen FV Sportfreunde reisen. Mit 2:11 geht der Club unter. Bei einem eventuellen Sieg hätte man in der 1. Hauptrunde den ruhmreichen FC Schalke 04 in Siersleben begrüßen können. Ein Wimpeltausch Otto Henneberg – Ernst Kuzorra, nicht auszudenken. Dies blieb leider nur Wunschdenken. Mit dem Beginn des Völkermordens 1939 kam auch nach und nach der Spielbetrieb zum erliegen. Viele Siersleber Sportler wurden zum Wehrmachtsdienst eingezogen. Viele mußten dabei auch ihr Leben lassen und kehrten nicht in ihren Heimatort zurück.

Pfingstburschen 1937
Bereits Ende der 30er Jahre waren die Sportfreunde Günter Ostermann und Otto Peter bei den Spielen der Teutonia vor Ort und hielten ihrem Verein bis zum heutigen Tag die Treue. Diese Sportfreunde sind gegenwärtig die ältesten Vereinsmitglieder. Otto Peter übte noch bis in das Jahr 1998(!) die Funktion des Hauptkassierers des Vereins aus.





Ende und Neuanfang (1945 bis 1950)

Nach dem Ende des verheerenden 2. Weltkrieges, der über 50 Millionen Tote forderte, kamen die sportlichen Aktivitäten, wie in vielen Orten des Mansfelder Landes, auch in Siersleben zum Erliegen. Viele Teutonen kehrten aus dem Krieg nicht zurück oder verblieben in Gefangenschaft. Alle, bis dahin bestehenden Organisationen und Vereine wurden von den sowjetischen Besatzern aufgelöst. Das betraf auch den SV Teutonia. Die jüngeren Fußballer waren es, die als Erste Ihre Fußballschuhe wieder schnüren konnten. Vergleiche mit Gleichaltrigen aus den Nachbarorten lockten wieder zahlreiche Fußballfreunde auf die Plätze. Erst im Sommer 1948 werden der Aufbau und die Grundsätze der demokratischen Sportbewegung sowie die Konstituierung des Deutschen Sportausschusses bekanntgegeben.

Als allmählich einige ehemalige Spieler aus dem Krieg oder der Gefangenschaft zurückkehrten, wurde wieder eine spielfähige Männermannschaft zusammengestellt.

Das Fußballspiel erfuhr in den Jahren nach dem Krieg einen großen Zuspruch und erfreute sich zunehmender Beliebtheit bei den Zuschauern. In dieser Zeit war auch der Handballsport präsent. Thondorf war dabei eine Hochburg. Die materiellen Bedingungen waren allerorts schlecht. Alte Fußballschuhe, Bälle und Trikots mussten wieder aufgemöbelt werden. Nach Gründung des DTSB spielte Siersleben als „Sportgruppe“ und 1948/49 wurden wieder Punktspiele bestritten. Die SG spielte in Staffel 2 und konnte am Ende einen Mittelplatz belegen. Gespielt wurde zunächst in einer offenen Kreisunion des Mansfelder Gebirgs- und Seekreises. Die SG spielte natürlich in den traditionellen Blau-Weißen Farben.

1MM_45-50
Die Meisterschaft 1949/50 bringt strukturelle Veränderungen. Nur die besten sechs Teams der beiden Staffeln qualifizieren sich für die neue höchste Spielklasse. Hohen Erfolgen gegen Walbeck (7:3), Volkspolizei Hettstedt (6:1), Siebigerode (9:1) oder Hergisdorf (4:1) folgen herbe Schlappen in Ahlsdorf (0:5), Mansfeld-Leimbach (1:6) und Burgörner-Altdorf (0:7). Der 8. Platz am Serienschluss bedeutet den Abstieg und die Einstufung in die 2. Kreisklasse. Der Trägerbetrieb der SG ist nun der Ernst-Thälmann-Schacht. So spielt man fortan unter dem Namen Betriebssportgemeinschaft Stahl „Ernst-Thälmann-Schacht“ Siersleben. Als Vereinslokal dient der Gasthof „Zur Kugel“. Höhepunkte sind weiterhin die Pfingstveranstaltungen und Vereinsfeiern, die sich großer Beliebtheit erfreuen.





Die Saison 1950/51

2.Kreisklasse Mansfelder Gebirgskreis, Staffel 2
Nachdem die Mannschaft im Spieljahr 49/50 mit dem 8.Platz die Qualifikation zur neuen 1.Kreisklasse Mansfelder Gebirgskreis nur knapp verpasste, startete man als Favorit in die neue Serie. Auf dem gerade fertiggestellten Sportplatz "Am Anger" (Lehmplatz) konnte das erste Heinspiel gegen Heiligenthal mit 4:2 gewonnen werden. Nachdem am ersten Spieltag bei KWU Eisleben nur ein 5:5 gelingt, wobei man sogar einen 0:2 Rückstand wettmachen mußte. Danach gelingen deutliche Siege gegen Polleben (8:2), Augsdorf (3:1) und Erdeborn (7:0).

Auch Zabenstedt wird deutlich bezwungen, bevor es ein enttäuschendes 0:2 auf heimischen Platz gegen KONSUM Eisleben setzt. Im letzten Spiel der Hinrunde steht in Helfta das Spitzenspiel der Staffel 2 an. Vor einer guten Zuschauerkulisse gelingt der Stahlmannschaft in einer erstklassigen Partie ein 2:2 Remis beim Mitfavoriten um den Staffelsieg. Es sollte der letzte Punktverlust für Siersleben bleiben. Am 13. Spieltag gelingt mit dem 13:1 Heimsieg gegen Erdeborn ein Rekordresultat.

Nach dem 3:1 Außwärtssieg auf schlammigen Platz bei KONSUM Eisleben, kommt es am 16. und letzten Spieltag in Siersleben zu einem echten Finale um den Staffelsieg. Stahl führt mit 26:4 Punkten die Tabelle an, vor der SG Helfta (25:5 Punkten). Nur ein Sieg in Siersleben bringt Helfta den Staffelsieg und die Teilnahme an den Aufstiegsspielen. Mit einem deutlichen 6:2 Sieg reißt die Stahlmannschaft die Gäste aus allen Aufstiegsträumen.

Die Helftaer Gäste zeigten sich als faire Verlierer und überreichten den Siegerstrauß mit Schleife als Anerkennung.

Mit hohen Erwartungen fieberte nun die große Siersleber Fangemeinde den Aufstiegsspielen entgegen. Im ersten Spiel geht die Reise nach Arnstedt. Dort verliert man überraschend mit 0:2. Sollte der ersehnte Wiederaufstieg nun doch nicht gelingen? Im ersten Heimspiel ist der Sieg Pflicht. Der Gast Ahlsdorf wird mit 2:1 geschlagen, doch nachdem das Spiel nicht vom angesetztn Schiri geleitet wird legt Ahlsdorf Protest ein und kommt damit durch. Neuansetzung entscheiden die Herren vom Kreisverband.

Aber auch im Wiederholungsspiel kann sich Siersleben mit 2:1 durchsetzen. Am 3. Spieltag geht es in den Mansfelder Grund, zum Rückspiel nach Ahlsdorf wo wie im Hinspiel ein 2:1 gelingt. Nun kann man aus eigener Kraft im Heimspiel gegen Arnstedt den direkten Wiederaufstieg schaffen.

Bereits ein Remis reicht der Stahlmannschaft. Doch da war ja noch das 0:2 aus dem Hinspiel. Die Mannschaft brannte auf Revanche. Auf dem Sportplatz "Am Anger" zelebierte die Stahl-Elf besten Angriffsfußball und fegte Arnstedt mit einem demütigenden 9:1 vom Platz.

Der Wiederaufstieg war geschafft!!!

Abschlusstabelle 1950/51:
Siersleben 04 13:05 06:02
Ahlsdorf 04 06:05 04:04
Arnstedt 04 04:13 02:06






Die Saison 1951/52

1.Kreisklasse Mansfelder Gebirgskreis
Der Neuling startet mit dem Spiel in Heiligenthal gegen Traktor Gerbstedt in die Serie. Nach einer 2:0 Pausenführung muß noch ein 3:3 hingenommen werden. Dennoch ist man mit dem Auftakt zufrieden.

Durch Tore von Lautenfeld (3) und Arndt gelingt beim Vorjahresdritten Aktivist Hettstedt ein fast sensationelles 4:1 und auch gegen die Volkstedter Stahl-Elf wird gewonnen. Am 17. September kommt es zum Interzonen Vergleichskampf mit dem SV Alt-Holland aus Westberlin. Trotz spielerischer Überlegenheit muss man sich mit 2:3 beugen. Die Erfolgsserie wird nur durch 3 Niederlagen unterbrochen.

Nach 6 Siegen in Folge steht die junge Stahl-Elf am 13.Spieltag mit 19:7 Punkten und 40:29 Toren in der Tabellenspitze. Dann folgt das 1:6 in Volkstedt und der Boden der Realität ist wieder erreicht. in der gesamten 2.Halbserie kann nur noch zwei mal gewonnen werden. (Ahlsdorf 4:0, Wimmelburg 3:1)

Am Saisonende steht dennoch ein hervorrangender 5.Platz. Nur um einen Punkt wird die Bronzemedaille verpasst. Übungsleiter, Spieler und Anhänger zeigen sich sehr zufrieden.

Bei den Spielen kam es im Vorfeld auch zu Vergleichen der Nachwuchsmannschaften sowie der Stahl-Reserve. Im nach der Serie ausgetragenem FDGB-Kreispokal kommt erst im Viertelfinale bei Aktivist Amsdorf das Aus.






Die Saison 1952/53

1.Kreisklasse Eisleben
Nach der Teilung des Mansfelder Gebirgskreises in Hettstedt und Eisleben spielen die Stahl-Fußballer nun im Eisleber Bereich. Die gute Platzierung des Vorjahres kann bestätigt werden.

Es wird die selbe Punktausbeute erzielt, nur reicht es diesmal nur zum 4.Platz. Auf heimischen Platz wird nur gegen den späteren Kreismeister Stahl Volkstedt verloren (1:2). Zu viele Ausrutscher auf fremden plätzen kosten eine bessere Platzierung. Im Kreispokal muß man bereits in der 2. Runde das Ausscheiden hinnehmen. Die 1:3 Niederlage auf dem Volkstedter Sportplatz an der Lindenstraße ist jedoch kein Beinbruch.

Stahl_52-53
Ein Rekordresultat das bis zum heutigen Tag bestand hat, gelingt gegen Stahl Wimmelburg. Auf Schneebedecktem Platz gelingt ein 16:1 Kantersieg.

Mannschaftsaufstellung 1952/53:
o.v.l.: Müller, Reinhardt, Lukas, Reitmann, Schultz, Magalowski, Zimmermann,
   Kalina
u.v.l.: Platt, Reinicke, Cunäus






Die Saison 1953/54

1.Kreisklasse Eisleben
Wiederrum wird ein Tabellenplatz im oberen Drittel erreicht. Insgesamt eine Saison ohne größere Höhepunkte. Am Nikolaustag 1953 tritt man beim späteren Aufsteiger zur Bezirksliga, Stahl Walzwerk Hettstedt, an. Das Spiel wird nach passabler Leistung 1:3 verloren.

Hervorzuheben sind weiterhin die Auswärtserfolge in Röblingen (7:2) und bei Empor Eisleben (5:1).

Für die kommende Spielzeit hat man sich nun vorgenommen endlich an die Spitze des Kreisfußballs vorzudringen.






Die Saison 1954/55

1.Kreisklasse Eisleben
Endlich!!!
Erstmalig wird mit dem 3. Platz eine Medaille errungen. Fast alle Teams die ihre Visitenkarte in Siersleben abgeben, werden mit faustdicken Niederlagen nach Hause geschickt.

Abschlusstabelle 1950/51:
Stahl Siersleben - Stahl Wolferode 11:01
Stahl Siersleben - Stahl Ahlsdorf 08:01
Stahl Siersleben - Empor Röblingen 07:01
Stahl Siersleben - Lok Röblingen 07:02
Stahl Siersleben - Empor Hergisdorf 06:01
Stahl Siersleben - Turbine Wansleben 06:01

Zur absoluten Spitze hingegen reicht es noch nicht ganz. Gegen Kreismeister Wimmelburg kann nicht gewonnen werden (1:1, 2:3).

Auch im Kreispokal zeigt die BSG Stahl Siersleben gewachsene Spielstärke. Nach Siegen in Wolferode (1:5) und Klostermansfeld (5:0) kommt erst im Halbfinal gegen den Bezirksligisten Stahl MK Eisleben das Aus. 4:4 nach Verlängerung heißt es nach großen Kampf in Siersleben. Ein Wiederholungsspiel wird erforderlich.

Hier muss man jedoch die Stärke des zwei Klassen höher spielenden Gegners anerkennen.






Die Saison 1955

Vergleichsrunde Eisleben, Staffel 1
Der russische Punktspielmodus wird eingeführt. So wird nun Frühjahr bis Winter eine Saison gespielt. Ein Aufstieg und auch ein Abstieg sind nicht möglich. Der Rundensieger heißt am Ende Dynamo Eisleben/Reserve. Die Stahl-Elf erreicht einen hervorragenden 2. Platz. Zuhause wird nur ein Pünktchen abgegeben (- Wolferode 2:2). Ahlsdorf wird mit 9:3 Toren vom Platz gefegt. Es wird die Endrunde im Kreispokal in Wolferode erreicht. Mit dem 3. Platz kann leider der erhoffte Pokalsieg nicht erreicht werden. In dieser Serie bestreitet auch die SG Dynamo Eisleben ihre Punktspiele in der 2. DDR-Liga, Staffel Nord auf der nagelneuen Glück-Auf-Kamfbahn. Einen Besucherrekord gibt es beim Spiel gegen die ASG Vorwärts Cottbus. Mit 6000 Besuchern wird „Ausverkauft“ registriert. Desweiteren spielten Motor Berlin, Stahl Stalinstadt, Stahl Thale und Dynamo Schwerin in Siersleben. Eisleben wurde am Ende dieser Runde sogar Staffelsieger.






Die Saison 1956

1. Kreisklasse Eisleben
Eine denkwürdige Serie, die mit dem bis dahin größten Erfolg endet. Der Titel kann vor der Eisleber Dynamo-Reserve errungen werden und auch in der Aufstiegsrunde zur B-Bezirksklasse hält man sich schadlos. Mit 22:4 Punkten führt man bereits nach der 1. Meisterschaftshälfte die Tabelle an. Bis zum Saisonende wird die Tabellenführung nicht mehr abgegeben. Siersleben steht Kopf. Zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit „Kind und Kegel“ begleitet das Siersleber Fußballpublikum ihr Stahl-Kollektiv zu den Auswärtsspielen.

Zum Auftakt der Aufstiegsrunde gelingt zu Hause gegen die BSG Motor Raguhn ein 5:1 Kantersieg. Der Kreismeister Bitterfelds bleibt chancenlos gegen die in der 2.Halbzeit gasgebende Stahl-Elf. Zweimal Helmut Pavelec sowie Rudi Reitmann, Zimmermann und Lautenfeld schießen die Tore. Erwin Stoffel wird zur Halbzeit eingewechselt.

Beim Saalkreismeister, Motor Hohenturm, gelingt ein deutliches 3:0. Younster Erwin Stoffel entscheidet das Spiel nach der Pause fast im Alleingang: 0:1 Stoffel (53.), 0:2 Pavelec (62.), 0:3 Stoffel (77.). Die, mit einem Sonderbus gekommenen Zuschauer sind begeistert. Auch Torhüter Bahn bekommt an diesem Tag gute Kritiken.

Im zweiten Heimspiel sind die Erwartungen hoch und werden mit einem 5:2 – Sieg gegen den Halleschen Kreismeister, Motor Halle, bestätigt. Im Schnitt besuchen 1000 Zuschauer die Heimspiele. Die Tabelle wird mit 6:0 Punkten souverän angeführt. Ist das schon der Aufstieg? Weit gefehlt. Das unglückliche 3:4 nach einer 2:1 Pausenführung in Raguhn bremst die Euphorie im Siersleber Lager. Nun kommt es darauf an. Im Heimspiel mit Motor Hohenturm wird ein Sieg benötigt, um den ersehnten Aufstieg zu erreichen. Mit 2:1 gelingt dies. In Siersleben ist der Teufel los. Der Aufstieg wird ausgiebig gefeiert. Bei Motor Halle braucht man nicht mehr anzutreten, da sich viele Spileer in die BRD abgesetzt hatten. Mit 3:0 wurde das Spiel für Stahl gewertet.

Abschlussstand, Aufstiegsrunde:
01. Siersleben 10:02 Punkte
02. Raguhn 08:04 Punkte
03. Hohenturm 06:06 Punkte
04. Halle 00:12 Punkte

Das Meisterteam:
Gerhard Bahn, Heinz Lukas, Wolfgang Unterrainer, Heinz Magalowski, Günter Krone, Helmut Reinicke, Walter Blatt, Helmut Pavelec, Rudolf Reitmann, Rudi Lautenfeld, Erwin Stoffel, Walter Eberhardt, Rudi Zimmermann

Verantwortliche:
Werner Deutloff, Otto Magalowski, Walter Hauschild

Die III. Mannschaft konnte in der 2. Kreisklasse spielend einen guten 4. Platz erreichen. Nach 18 Spielen stehen 21:15 Punkte zu Buche und 56 Tore können erzielt werden.






Die Saison 1957

B–Bezirksklasse Halle, Staffel 1
Mit vier Vorbereitungsspielen bereitet sich Stahl auf das „Abenteuer – Bezirksklasse“ vor. Gegen Chemie Rübeland (4:1) und Einheit Köthen (4:2) gelingen dabei deutliche Siege.

Der erste Spieltag, 3. März 1957. Auf heimischer Anlage kommt man nicht um ein 1:3 gegen Aktivist Roßleben herum, wobei viele Torchancen ausgelassen wurden.

Auch in Bad Frankenhausen verliert man (3:5).

Endlich der erste Sieg. Stahl Sangerhausen, der Favorit wird mit einem 3:1 nach Hause geschickt. Der Neuling zeigt, daß er auch in dieser Spielklasse mithalten kann. Dennoch werden viele Spiele durch Unerfahrenheit zum Teil recht knapp verloren.

Tabellenstand, 1.Halbserie:
07. Stahl Thale III 11 24:24 ±0 11:11
08. Traktor Bad Frankenhausen 11 28:30 -2 11:11
09. Empor Bottendorf 11 19:19 ±0 10:12
10. Einheit Nebra 11 22:26 -4 09:13
11. Traktor Allstedt 11 26:32 -6 09:13
12. Stahl Siersleben 11 21:35 -4 08:14

Bilder vom Trainingslager in Questenberg:
Questenberg Questenberg
Questenberg Questenberg

Der Abstiegsplatz zur Halbserie kann Spieler, Trainer und Funktionäre nicht befriedigen.

Die Rückrunde beginnt mit einem Paukenschlag. Roßleben wird auf eigenem Spielfeld mit 3:0 besiegt. Nur in Sangerhausen (2:3) und bei Traktor Riestedt (2:4) wird verloren. Mit einem positiven Punktverhältnis belegt die junge Stahl-Mannschaft am Ende der Serie noch einen guten Mittelplatz.






Die Saison 1958

B–Bezirksklasse Halle, Staffel 2
Vom BFA-Halle wird Stahl Siersleben in diesem Spieljahr in die Staffel 2 eingestuft, was viele reizvolle Lokalderbys bringt. Auch in diesem Jahr verläuft die Vorbereitung recht vielversprechend. Bezirksliga-Absteiger Stahl Merseburg (4:1) und Turbine Klostermansfeld (3:0) werden klar bezwungen.

Wieder heißt der Auftaktgegner Aktivist Roßleben. Nach einer starken kämpferischen Leistung gelingt ein 2:1-Sieg.

Die Derbys gegen Wimmelburg (3:1)und Mansfeld (2:2) gehen mit Punktgewinnen für Stahl Siersleben aus. Nur bei der SG Dynamo Eisleben II muß man sich mit 2:3 beugen, wobei eine 2:1-Führung am Ende noch aus der Hand gegeben wurde. Ein Rekordresultat gelingt gegen Traktor Allstedt. Mit 9:1 Toren werden die Gäste deklassiert.

Stahl_58
Mit 17:5 Punkten nimmt man nach der 1. Halbserie einen Spitzenplatz ein. Die Siersleber Anhänger träumen bereits vom Staffelsieg. Im FDGB-Kreispokal hält man sich schadlos. Nachdem Traktor Volkstedt und Stahl Wimmelburg ausgeschaltet werden, gelingt im Finale ein 8:0-Kantersieg gegen Dynamo Eisleben II in Helbra. Auch im Bezirkspokal sorgt die Stahl-Elf für Furore. Stahl WW Hettstedt (7:2) und Empor Mansfeld (6:2) bleiben in Siersleben ohne Chancen. Erst bei Stahl Sangerhausen kommt das „Aus“.

Am 02.08.1958 gastieren die Gäste vom MTV Hannover-Ilden aus der BRD in Siersleben. Bei dieser Begegnung siegt Stahl Siersleben mit 6:4.

In den Punktspielen spitzt sich die Lage im oberen Tabellendrittel zu. Ballenstedt, Siersleben und Mansfeld machen den Staffelsieg unter sich aus. Das erste sogenannte Endspiel gewinnt die Stahl-Elf in Ballenstedt mit 3:2. Drei Spieltage vor Schluß kommt es zum absoluten Knaller. Auf der Siersleber „Glück-Auf-Kampfbahn“ heißt es Zweiter gegen Erster. Über Eintausend Zuschauer sehen ein hart umkämpftes Spiel. Mansfeld hat einen Punkt Vorsprung, macht mit dem 3:1 alles klar und steigt später auch in die A-Bezirksklasse auf.

Riesige Enttäuschung im Siersleber Lager. Mit einem 2:1 gegen Eisleben und einem 1:1 bei Rotation Aschersleben geht eine, alles in allem erfolgreiche Saison zu Ende.

Abschlussstand/ Tabellenspitze:
01. Empor Mansfeld 22 55:31 +23 33:11
02. Stahl Siersleben 22 70:32 +38 30:14
03. Einheit Ballenstedt 22 71:49 +22 30:14






Die Saison 1959

B–Bezirksklasse Halle, Staffel 2
Bereits vor Serienbeginn läßt der BFA-Halle die Spiele um den Bezirkspokal austragen. In den ersten beiden Runden sind Turbine Klostermansfeld (4:1) und Traktor Obhausen (3:0) keine Gegner. Ein „Hammerlos“ in Runde 3. Die BSG Motor Köthen (heute VFL) gibt seine Visitenkarte in Siersleben ab. Mit 2:1 siegt die Stahl-Elf und schafft die Sensation.

Im Achtelfinale kommt das „Aus“. Aktivist Nachterstedt (sechste der 2. Liga!) siegt nach großer Gegenwehr der Siersleber mit 2:0.

Für die Punktspiele geben Vorstand und Trainer berechtigt das Ziel aus: Staffelsieg! Die Zielstellung erhält bereits am ersten Spieltag einen herben Dämpfer. Auf heimischem Platz unterliegt man dem Neuling Traktor Cochstedt. Es folgen sechs Siege in Folge und nach Abschluß der Hinrunde liegt man mit 15:7 Punkten im „Soll“. Unnötige Punktverluste lassen im weiteren Saisonverlauf den Punkteabstand zu den führenden Teams aus Bad Frankenhausen und Wimmelburg wachsen.

Am 01.11.1959 kommt es zum Spitzenspiel gegen Tabellenführer Stahl Wimmelburg. Nur ein voller Erfolg erhält die Chancen auf den Staffelsieg. Wimmelburg muss 80 Minuten mit zehn Kickern spielen. Dennoch siegen sie durch ein Kontertor mit 1:0. Am Ende der Saison steht lediglich der 3. Rang. Die Zielstellung konnte nicht erreicht werden.

Abschlussstand/ Tabellenspitze:
01. Stahl Wimmelburg 22 61:32 +29 33:11
02. Traktor Bad Frankenhausen 22 43:28 +15 32:12
03. Stahl Siersleben 22 62:38 +24 29:15