Sportplätze



Nach der Gründung des FC Teutonia Siersleben im Jahre 1920, legten sich die Sportler in der Nähe des heutigen Stadions ihren ersten Fußballplatz an. Diese Anlage war nicht lange von Bestand. Bereits 1923 entstand ein neuer Platz, dieser befand sich südlich der Augsdorfer Straße am Ausgang des Dorfes. Dieses Land mußte jedoch bald schon abgegeben werden. Der dritte Platz, den sich die Sportkameraden nun einrichteten, befand sich nördlich der Klostermansfelder Straße auf dem Gelände der heutigen Schrebergartenanlage. Nachdem den Fußballern auch dieser Platz genommen wurde, wandte man sich voller Hoffnung an die Jugendpflege. Ein absurder Vorschlag wurde unterbreitet. Auf der Spitze der Niewandschächter Halde sollte man sich einen Sportplatz einrichten. Dieser Vorschlag kam nicht zur Durchführung.

1926 erreichten die Sportler, daß sie sich einen neuen Sportplatz östlich des Steinhöheweges am nördlichen Dorfausgang errichten konnten. Heute befindet sich dort das Wohnhaus Gölzer sowie mehrere Autogaragen. An die Gemeinde mußte dafür eine jährliche Pacht von 250,- RM gezahlt werden. In den folgenden Jahren wurde diese Pacht ermäßigt (1927 = 216,-RM, 1928 = 180,- RM).

Im Jahre 1931 erreichte der Verein, daß ihm die Pachtzahlungen erlassen werden, unter der Bedingung, daß alle Vereine, die den Platz benutzen, die Hälfte der Einnahmen an die Gemeinde abführen. Des weiteren ist der Bau einer Vereinsunterkunft am Rande des Spielfeldes hervorzuheben. Die Baracke hatte zwei Umkleideräume von 4 mal 4 Metern. Zu dieser Zeit waren die Siersleber so ziemlich die Einzigen, die als Dorfverein derartiges aufzuweisen hatten. Nach Absprache des Vorstandes und der Antragstellung des 1. Vorsitzenden, Eduard Cunäus, an die Abteilung Jugendpflege der Gemeinde, wird auch eine Weitsprunggrube sowie an einer Seite des Platzes eine Laufbahn errichtet. Die erforderlichen Mittel bringen die Vereinsmitglieder aus eigener Kraft auf. Des weiteren ist der Bau eines Zaunes rund um die Sportanlage geplant, dieser kommt jedoch nicht zur Ausführung. In der Zeit der Nazidiktatur werden auf der Anlage die schulischen Reichsjugendwettkämpfe durchgeführt.

Auch bei den Verbandsspielen des FC Teutonia ist immer ein zahlreicher Zuschaueransturm zu verzeichnen. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges ruhte zunächst auch in Siersleben der Sport- und Spielbetrieb. Im Jahr 1947 wird der Fußballplatz mit in das Baugelände der Bergbausiedlung (Lehmdorf) einbezogen. Erneut muß ein Neuanfang gemacht werden. Die Sportsparte und die FDJ erklärten sich bereit, die notwendigen Arbeiten zur Schaffung eines neuen Sportplatzes in Gemeinschaftsarbeit auszuführen. Als neuer Sportplatz wurde das Gelände nördlich des Ristebaches am Ostrand des Dorfes, welches durch die Bodenreform an die Gemeinde gefallen war, bestimmt. Die hierzu notwendigen Arbeiten wurden sofort in Angriff genommen. Der Bau wurde im Jahr 1948 begonnen. In der Zeit der Entstehung des neuen Platzes und in der Zeit davor wurden die Fußballspiele auf einem provisorisch eingerichteten Platz in Thondorf ausgetragen. Dieser Befand sich am Rande des Großörnschen Feldweges. Auch Großfeldhandballspiele wurden hier mit regem Zuschauerinteresse durchgeführt. Ein Jahr nach der Gründung der DDR, also 1950, wird der Sportplatzbau zu Ende gebracht. Zur Einweihung finden sich rund 600 Zuschauer auf der neu geschaffenen Anlage ein. Im Eröffnungsspiel besiegt die BSG Stahl Siersleben die BSG Stahl Volkstedt mit 5:2 Toren. Ab dem Spätsommer diesen Jahres finden regelmäßig die Punktspiele der Kreisklasse statt.

Bereits 1953 wurde mit dem Bau eines neuen Sportstadions für die BSG „Ernst-Thälmann-Schacht“ Siersleben begonnen, und 1954 im Herbst beendet. Für das Stadion, welches sich am Südrand des Ortes parallel zur Augsdorfer Straße befindet, wurde eine Fläche von 3 ha freigegeben. Es wurde auf dem Gelände des ehemaligen ersten Teutonia-Platzes errichtet. Die Regierung leistete einen Zuschuß von 80000,- DM. Zu freiwilligen Arbeitsleistungen hatte sich eine große Anzahl von Sportlern und Sportsfreunden bereit erklärt. Als die Arbeiten zu schleppend vorangingen, griff der Ernst-Thälmann-Schacht ein. Er stellte ein Transportband mit Höhenförderer und sonstige notwendige Geräte zur Verfügung. Nun gingen die Arbeiten besser voran und konnten bis 7. Oktober abgeschlossen werden. Es war eine umfangreiche Arbeit und im Sommer sah es noch nicht so aus, als wenn der Platz termin-gerecht fertiggestellt werden könnte. Trotz der zahlreichen freiwilligen Arbeitsstunden, mußten noch eine beträchtliche Anzahl bezahlter Arbeitskräfte, auch Frauen, eingestellt werden.Im Juli wurde in 3-Schichten gearbeitet. Die Genossenschaftsbauern der LPG Siersleben, der LPG Hübitz sowie des VEG Hübitz kamen unentgeltlich mit Traktoren und Anhängern sowie Pferden mit Wagen, um mit Transportraum zu helfen. Das Stadion besaß außer dem Fußballfeld eine 100-m und eine 400-m Laufbahn, eine Sprunggrube, einen Platz zum Kugelstoßen, außerdem Plätze für Stabhoch-, Hoch- und Weitsprung.

stadion1965

An den beiden Längsfronten sind feste Rabatten für die Zuschauer angelegt, an der Nordseite des Platzes wurden etwa 500 Sitzplätze und eine Tribüne für Ehrengäste errichtet. Zur Berieselung der umfangreichen Blumenanlagen wurde ein Brunnen geschaffen, aus dem das Wasser mit Eimern herausgehoben werden mußte. Eine Pumpe sollte später auf den Brunnen aufgesetzt werden. Eine Drainageleitung, ein mit Schotter ausgefüllter und wieder zugeschütteter Graben rund um das Spielfeld, dient zur Trockenhaltung desselben. Zum Aufstellen der Omnibusse, die bei größeren Veranstaltungen Spieler und Zuschauer heranbrachten, diente ein geräumiger Parkplatz. Am 7. Oktober sollte das Stadion eingeweiht werden. Infolge von außerordentlich starken Regengüssen, die am 4., 5. und 6. Oktober niedergingen und den Platz sowie Zufahrtswege hoffnungslos aufweichten, wurde die Veranstaltung auf den 8. Mai kommenden Jahres verlegt. Dieser Tag, der 8. Mai 1955, war nicht nur ein großes sportliches Ereignis, sondern für Siersleben das Ereignis des Jahres. Lautsprecherwagen, die durch den Ort fuhren, machten die vorgesehenen Veranstaltungen bekannt. Die Einwohner wurden aufgerufen, zur Begrüßung der zahlreichen auswärtigen Sportler Ihre Häuser zu schmücken. Die Veranstaltungen begannen bereits am Samstag, dem 7. Mai mit Jugend- und Pionierfußball, wobei Siersleben auf Mansfeld/Leimbach traf. Dieses Spiel wurde jedoch noch auf dem 1950 geschaffenen alten „Lehmplatz“ ausgetragen. Der Festumzug zur Platzweihe begann am Sonntagmorgen um 8.30 Uhr. Auch die Fußballer marschierten mit und trugen das Banner der BSG Stahl. Nachdem der Festzug ins Stadion einmarschiert war und Aufstellung genommen hatte, ergriff der Werkleiter des Ernst-Thälmann-Schachtes, Herr Tille das Wort zur Weiherede, und gab dem Stadion den Namen des alten Bergmannsgrußes „Glück-Auf“. Nicht enden wollender Beifall brauste auf, als der Name enthüllt wurde und zur gleichen Zeit 2000 Brieftauben aufstiegen. Die mehr politische als sportliche Festansprache hielt Horst Sindermann vom ZK der SED. Nach der Festansprache wurde von den Versammelten die Nationalhymne gesungen.

stadionumzug

Es folgten zahlreiche Leichtathletik-Wettkämpfe. Stimmung und Spannung herrschte am Nachmittag, als 5000 (!) Zuschauer das Spielfeld umsäumten. Das Auftaktspiel verlor die Stahl-Reservemannschaft gegen die Wettiner Erste mit 0:2. Danach folgte ein spannendes Handballspiel, bei dem die Truppe der BSG Stahl mit 17:12 gegen die Gäste von KVP Vorwärts Leipzig siegreich blieb. In einem weiteren Fußballvergleich kam es dann zum Spiel Stahl Siersleben gegen Turbine Klostermansfeld (Bezirks-klasse), wobei Stahl mit 1:2 Toren unterlag, in allerdings nur zweimal 30 Minuten. Im Hauptspiel des Tages standen sich der SC Wissenschaft Halle, der im Spieljahr 1954/55 in der DDR-Liga den 4. Platz errang, und Stahl MK Eisleben, Vertreter der Bezirksliga Halle, gegenüber. In einem gutklassigen Spiel siegte die höherklassige Mannschaft mit 4:1. Der abendliche Sportlerball fand in zwei Sälen statt (Dittmar und Hauschild). Als Umkleideräume für alle Sportveranstaltungen dienten die Räumlichkeiten der Schule. Zum Pfingstfest weilten die westdeutschen Gäste des SV Hamborn 1890 mit einer Hand- und Fußballmannschaft in Siersleben. In den Spielen unterlag man den Gästen mit 6:25 bzw. 1:4 Toren.

Die Siersleber Fußballer sind nun in der glücklichen Lage zwei Spielplätze nutzen zu können. Bei widrigen Platzbedingungen wird auf den Sportplatz „Am Anger“ (Lehmdorf) ausgewichen, um die Grasnabe des neuen Stadions zu schonen.

1956 steigt die Mannschaft in die Bezirksklasse auf und auf der Glück-Auf-Kampfbahn wird nun 10 Jahre in Folge gutklassiger Fußball geboten und großartige Spiele gezeigt.

Da in diesen Jahren nicht der rechte Wert auf die Nachwuchsarbeit gelegt wurde, folgte 1966 der Abstieg zur Kreisklasse. Zwar gelang 1971 der nochmalige Aufstieg, doch sollten in den nächsten 20 Jahren in Siersleben, bis auf wenige Ausnahmen, keine Bäume ausgerissen werden. Der sportliche Niedergang im Siersleber Fußball ging bis ins Mittelmaß der 2. Kreisklasse Anfang der 80-er Jahre.

Folgende Sportsfreunde fungierten bisher als Platzwarte: Walter Baum, Willi Seidler, Ernst Deinzer, Otto Schmidt, Hans Hahn, Gerhardt Gartenbach, Helmut Stein.

Trotzdem nagte an der Anlage der Zahn der Zeit und der langsame Verfall war nicht so recht aufzuhalten. Das blau-weiße hölzerne Haupttor mit Kassiererhäuschen mußte abgerissen werden. Auch der, das Stadion umgebende Zaun verfiel zusehends. Mitte der 80-er Jahre wurden dann die eckigen hölzernen Tore entfernt und durch eiserne runde ersetzt. Auch die Zuschauerbarriere wurde neu hergerichtet und der Platz bekam eine komplett neue Grasnabe. In dieser Zeit spielte die BSG MK Ihre Pflichtspiele in Hübitz.

Sportlich erreichte MK bis zum Umsturz 1990 das Mittelmaß in der 1. Kreisklasse. Die Anlage wird nun von der Kommune unterhalten. ABM-Kräfte pflastern den Vorplatz zum Haupttor und ein neuer Zaun wird um die gesamte Anlage errichtet. Die Sportler sind verpflichtet, ihrerseits Aufbaustunden abzuleisten. Von 1992 an (1000-Jahr-Feier) werden jährlich Großveranstaltungen auf dem Gelände durchgeführt.

Anfang der neunziger Jahre kann Teutonia zweimal in Folge Kreismeister werden. Dem Reserveteam gelingt Gleiches sogar dreimal hintereinander. Der Aufstieg in die Bezirksklasse wird jedoch denkbar knapp verpaßt. Knapp 300 Zuschauer besuchen im Schnitt die Heimspiele. Im Aufstiegsspiel gegen Großörner gibt es mit 800 Zuschauern einen Rekordbesuch.

Als Verkaufsmöglichkeit von Speis und Trank dient in dieser Zeit ein umfunktionierter Wohnwagen.

Ende der neunziger Jahre wird, durch großen Einsatz von Abteilungsleiter H.J. Bückner, Sponsoren und vielen ehrenamtlichen Helfern, ein Mehrzweckgebäude errichtet. Es bietet eine Kapazität von etwa 40 Personen. Des weiteren werden zwei überdachte Bänke für Auswechselspieler und Trainer errichtet. Bis zum heutigen Tag ist die Siersleber „Glück-Auf-Kampfbahn“ eine der besten Anlagen im Kreis.


Stadion Stadion
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